Diagnostik

Diagnostik

Diagnose = Auswertung verschiedener Befunde
Für eine kieferorthopädische Diagnose sind unterschiedliche Befunde zu erheben und auszuwerten. Art und Umfang der Zahn- und Kieferfehlstellung werden festgestellt, um Behandlungsmaßnahmen gezielt einleiten zu können. Wie bei einem Puzzel-Spiel führen diese einzelnen Bausteine der kieferorthopädischen Befunderhebung zur individuellen patientenspezifischen Diagnose – diese bildet die Grundlage für die Planung der Behandlungsziele und der erforderlichen Apparaturen, aber auch zur Erstellung eines Kostenplans und zur Festlegung der Behandlungszeit.

Anamnese
Bei der Anamnese werden Informationen zu Krankheiten (Allergien, Kinderkrankheiten, Operationen, Schwangerschaftsverlauf), familiäre Vorbelastungen und Angewohnheiten (Schnuller, Daumen, Medikamente etc.) eingeholt.

DSCN1661 Modellanalyse
Nach Abformung von Ober- und Unterkiefer werden Modelle aus Hartgips erstellt. Anhand dieser Gipsmodelle werden Art und Ausmaß der Zahnfehlstellung festgestellt und Vermessungen durchgeführt (Symmetrie-Vergleich, Breiten-, Längenmessung; genaue Analyse der Zahnformen, Platzberechnung, Kieferknochenbewertung, etc.).
Instrumentelle Funktionsanalyse
Bei Zwangsbissen oder komplizierten Fehlstellungen im bleibenden Gebiss wird manchmal zusätzlich zur Modellanalyse eine instrumentelle Funktionsanalyse durchgeführt. Die Gipsmodelle werden hierfür mit speziellen Übertragungstechniken in einem Artikulator montiert. Der Artikulator simuliert das Kiefergelenk des Patienten. Damit ist eine Untersuchung der Bewegung des Unterkiefers möglich.

Röntgenaufnahme
Panorama- Übersichtsaufnahme: Sie zeigt den Ober- und Unterkiefer mit allen durchgebrochenen und noch in Entwicklung befindlichen Zähnen, Kiefergelenken, Kieferknochen und Nasennebenhöhlen werden ebenfalls beurteilt.

Einzelbild-Aufnahme:
Für Detailinformationen einzelner Zähne ist manchmal zusätzlich zur Panorama-Aufnahme eine Einzelbild-Aufnahme erforderlich.

Seitliche Fernröntgen-Aufnahme:
Durch eine Röntgenaufnahme des Kopfes aus größerer Entfernung erhält der Kieferorthopäde Informationen über den Aufbau des Gesichtes, die Wachstumsrichtung der Kiefer, die Neigung der Frontzähne und die Gesichtskontur. Durch Vermessung der anatomischen Strukturen (von Hand oder per Computer) werden die Ursachen der Fehlentwicklung festgestellt. Mittels Fernröntgen-Analyse sind Wachstumsprognosen möglich; diese geben wichtige Hinweise für Therapieplanung und Behandlungsverlauf.

Zusätzliche Diagnosetools:
In machen Fällen werden zusätzlich alternative bildgebende Verfahren angewandt (Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Digitale Volumentomographie, virtuelle Analyse etc.).

Quelle Text: VÖK – Verband österreichischer Kieferorthopäden, Folder Diagnose